Doch noch Nationalelf: Debütant Philipp Max legt das Siegtor gegen Tschechien auf

Doch noch Nationalelf: Debütant Philipp Max legt das Siegtor gegen Tschechien auf

Was lange währte, wurde zumindest vorerst gut. Linksverteidiger Philipp Max kam am Mittwochabend zu seinem Länderspieldebüt und tat, was er lange Zeit in der Bundesliga so gut konnte: ein Tor vorbereiten. Bislang war er vom Bundestrainer beharrlich ignoriert worden, was in der Familie Max eine Erblast zu sein schien.

Wie Kicker-Freunde bereits im Ranking der überraschendsten Torschützen-Könige berichtete, war Philipps Vater Martin Max ebenfalls Zeit seiner Karriere von Bundestrainern missachtet worden. Frei nach einem Attribut, das einst dem englischen Ausnahmefußballer Matt Le Tissier angeheftet wurde:  der beste Nationalspieler, den Deutschland nie hatte. Trotz zweier Torjäger-Kanonen kam Martin Max über acht Länderspiel-Minuten in einem Freundschaftsspiel nie hinaus. 2002 nahm Teamchef Rudi Völler statt Torschützenkönig Max lieber Carsten Jancker mit zum Turnier nach Japan und Südkorea, der nicht ein einziges Saisontor aufzuweisen hatte.

Was hat Familie Max dem DFB angetan?

Es ist unklar, was in aller Welt die Familie Max dem DFB angetan hat, um mit solcher Missachtung gestraft zu werden, doch Max‘ Sohn Philipp schien das gleiche Schicksal zu ereilen. Anders als sein Vater spielt Philipp Max nicht im Sturm, sondern bevorzugt auf der Linksverteidiger-Position. Auf dieser brachte er jahrelang in der Bundesliga Top-Leistungen. Dass der ewige Außenseiter FC Augsburg seit Jahren zum Inventar der höchsten deutschen Spielklasse gehört, hat eine Menge mit Max zu tun. Seine Offensivstärke und seine vielen Torvorlagen zeichnen ihn besonders aus.

Einzig Bundestrainer Joachim Löw schien davon nicht viel mitzubekommen. Als Max wieder einmal das Ranking der besten Vorbereiter anführte, wurde Löw einst auf einer Pressekonferenz nach dem Augsburger Shootingstar und dessen Chancen in der Nationalmannschaft gefragt. Der Bundestrainer wirkte fast schon irritiert: „Nein, in unseren Überlegungen spielt er eigentlich keine Rolle“.

Nie eine Chance, trotz Dauerbaustelle auf seiner Position

Wohlgemerkt: Die Position des Linksverteidigers ist traditionell eine neuralgische Stelle in der deutschen Nationalmannschaft und seit gefühlten Ewigkeiten wird hier nach einer adäquaten Lösung gesucht. Ob die Dortmunder Marcel Schmelzer und Erik Durm, der Kölner Jonas Hector oder zuletzt Robin Gosens – kein Kandidat blieb frei von öffentlicher Kritik. Beim umjubelten Titelgewinn 2014 wurde gar Benedikt Höwedes auf die linke Außenbahn gestellt, der eigentlich klar in der Innenverteidigung zuhause ist.

Trotz alledem bekam Philipp Max niemals eine echte Chance in der A-Nationalmannschaft. Lediglich U-21 Trainer Horst Hrubesch hatte ihn für das Olympia-Turnier 2016 in Rio de Janeiro nominiert. Bis zum gestrigen Freundschaftsspiel gegen Tschechien. In einer B-Elf bereitete Philipp Max – natürlich – den einzigen Treffer des Abends vor. Man schrieb die 13. Minute und der Torschütze hieß Luca Waldschmidt. Doch einen ganz persönlichen Erfolg feierte der Spieler schon wenige Minuten zuvor: „Nach zehn Minuten habe ich kurz auf die Uhr geguckt, da habe ich ihn überholt und war sehr zufrieden.“ Gemeint war Philipps Vater Martin Max.

(Foto: PSV Eindhoven)

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