Corona-Bilanz: Wie verkrafteten die Teams Lockdown und Restart? #2

Corona-Bilanz: Wie verkrafteten die Teams Lockdown und Restart? #2

Die vergangene Bundesliga-Saison ist durch den zweimonatigen Lockdown und den Restart ohne Zuschauer in die Geschichte eingegangen. Welche Auswirkungen hatte diese Extremsituation auf die Spielzeit und welche Folgen hat sie für die Vereine der Liga? Einige kamen finanziell ins Schlingern, andere erlebten nach dem Lockdown rätselhafte Leistungseinbrüche – oder sogar beides.

In Teil 1 haben wir den problematischen Umgang eines Bundesligisten mit den Hygienevorschriften beleuchtet. Hertha BSC Berlin suspendierte Salomon Kalou während des Lockdowns wegen eines reichlich unbedachten Videos, das dieser veröffentlicht hatte. Ohne ihn schien die Hertha gut aus der Zwangspause zu kommen, was sich jedoch bald relativierte.

Leistungskollaps bei Köln und Schalke

Inwieweit der Lockdown für Formschwankungen verantwortlich war oder einzelne Teams durch die Spiele ohne Zuschauer beeinträchtigt wurden, ist Spekulation. Allerdings lässt sich feststellen, dass mit dem 1. FC Köln und dem FC Schalke 04 zwei Teams, die insbesondere bei Heimspielen durch ihre leidenschaftlichen Fans unterstützt werden, nach dem Restart kein einziges Spiel mehr gewannen.

Während sich bei den Schalkern schon in den letzten Spielen vor dem Pandemie-bedingten Lockdown eine Formkrise anbahnte, hatten die Kölner seit Amtsübernahme von Trainer Markus Gisdol viele Erfolge verzeichnet. Beide Mannschaften schienen die Saison letztlich nur noch „auslaufen“ zu lassen und lieferten teilweise verheerende Leistungen ab.

Bayern und Werder mit guter Post-Corona-Form

.Nicht behaupten kann man dies vom alten und neuen deutschen Meister aus München, der nach dem Restart jedes einzelne Spiel gewann. In gewisser Weise hatten die Bayern Glück im Unglück, denn der Lockdown bedeutete, dass Torjäger Robert Lewandowski durch seine Schienbeinverletzung lediglich zwei Ligaspiele verpasste. Ohne die Zwangspause wären es deutlich mehr gewesen. Der Pole, der ohnehin eine überragende Saison gespielt hatte, kam bestens aufgelegt zurück und erzielte nach dem Restart noch neun Tore in acht Spielen.

Marco Bode, der Aufsichtsratschef von Werder Bremen, sagte im Sport1 Doppelpass, dass die Zwangspause rein personell auch seinem Team geholfen habe. Das sich Lazarett habe sich in den Wochen ohne Bundesliga langsam etwas gelichtet und einige Rekonvaleszenten konnten wieder zum Team stoßen. Auch für das abstiegsbedrohte Werder bedeutete dies einen besseren Punkteschnitt: Nach dem Restart holte das Team immerhin 13 Punkte in neun Spielen. Vorher waren es lediglich 18 Punkte in 25 Spielen gewesen. Ob Werder sich auch ohne Zwangspause in die Relegation gerettet hätte, bleibt ungewiss.

Im dritten Teil dieser Artikel-Serie gehen wir auf finanzielle Konsequenzen ein, die sich durch die Corona-Maßnahmen für die Vereine ergeben.

Text: (Foto: RB Leipzig)

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