Die Krux mit Kroos: Vier sind einer zu viel

Die Krux mit Kroos: Vier sind einer zu viel

Die deutsche Nationalmannschaft hat ein Luxusproblem. Für die drei Positionen in ihrer Schaltzentrale werden mit Leon Goretzka, Ilkay Gündogan, Joshua Kimmich und Toni Kroos voraussichtlich vier Spieler von Weltklasseformat zur Verfügung stehen. Bei letzterem könnte die Stammplatzgarantie der letzten Jahre erstmals ins Wanken geraten.

Lange Zeit genoss Real Madrids Mittelfeldregisseur in der Nationalmannschaft den Status der Unantastbarkeit. Immerhin wurde Kroos von Trainer Jogi Löw bei dem eingeleiteten Umbruch ausgenommen, obwohl er nur knapp vier Monate jünger ist als der geschasste Thomas Müller. Stattdessen wurde die junge Mannschaft um ihr Metronom im defensiven Mittelfeld herum aufgebaut. Selbsterklärend, dass Kroos unter diesen Umständen in den vergangenen Jahren ausnahmslos und uneingeschränkt gesetzt war.

Mittlerweile existiert in der Schaltzentrale der Nationalmannschaft allerdings ein Überangebot an herausragenden Spielern. Gündogan präsentiert sich bei Manchester City in der Form seines Lebens und das kongeniale Duo Goretzka und Kimmich hat sich zu einem entscheidenden Faktor in der dominanten Mannschaft des FC Bayern München entwickelt. Zuletzt konnten die drei Akteure außerdem während Kroos’ verletzungsbedingter Abwesenheit im Länderspiel gegen Island ungestört nachweisen, dass sie gut zusammen harmonieren.

Entscheidend ist Kimmichs Position

Löw stellt sich deshalb bereits jetzt die nicht eben unwichtige Frage, wie er mit Kroos verfährt, wenn dieser in die Mannschaft zurückkehrt. Gündogan ist in seiner aktuellen Form gesetzt. Ein Mittelfeld bestehend aus Gündogan, Kimmich und Kroos würde die Nationalmannschaft um die Offensivkraft eines Leon Goretzka berauben und erscheint deshalb eher unwahrscheinlich.

Entscheidend wird deshalb vermutlich sein, auf welcher Position man Joshua Kimmich den größeren Wert beimisst. Man kann argumentieren, dass Kimmich für das Team auf der sonst eher unzureichend besetzten Rechtsverteidigerposition den größeren Mehrwert darstellt. In diesem Fall würde sich das Luxusproblem in Luft auflösen. Alle vier Spieler könnten ihre Klasse einbringen.

Man kann allerdings ebenso argumentieren, dass Kimmichs Bedeutung im Mittelfeld mittlerweile die seiner Aushilfsrolle als Rechtsverteidiger übersteigt. Außerdem ist das blinde Verständnis mit seinem Mannschaftskollegen Goretzka ein weiteres Argument für einen Kimmich im Mittelfeld. In diesem Fall könnte sich der ehemals unantastbare Toni Kroos tatsächlich auf der Bank wiederfinden.

(Bild: AFP)

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