Feiertage und Tragödien: Mittelamerikanische Teams bei Weltmeisterschaften #2

Feiertage und Tragödien: Mittelamerikanische Teams bei Weltmeisterschaften #2

Wie haben Nationalmannschaften aus Mittelamerika bislang bei Fußball-Weltmeisterschaften abgeschnitten? In Teil 1 unserer Mini-Serie haben wir mit Costa Rica das erfolgreichste Fußball-Land dieser Region beleuchtet. Nun schauen wir uns die weiteren Teams an.

Trinidad und Tobago verpasste das Turnier 1990 in Italien nur knapp. In der Qualifikations-Endrunde verlor das Team sein entscheidendes letztes Heimspiel gegen die USA mit 0:1 und musste den Amerikanern damit den Vortritt lassen.

Die bisher einzige WM-Teilnahme der trinidadisch-tobagischen Nationalmannschaft folgte dann 2006 in Deutschland. Das Team belegte jedoch den letzten Platz in der Gruppe, verlor gegen England und Paraguay doch erkämpfte immerhin ein torloses Unentschieden gegen Schweden. Danach konnte sich das dünn besiedelte und kleine Land kein Team mehr zu einer Weltmeisterschaft entsenden.

Panama schreibt Geschichte

Panama musste sogar noch länger warten. Erstmals konnte das Team sich für das Turnier 2018 in Russland qualifizieren. Unvergessen sind die Tränen der zwei Fernseh-Kommentatoren, als im ersten Spiel gegen Belgien die Nationalhymne gespielt wurde.

Sportlich konnte Panama nicht mithalten, die Belgier gewannen locker mit 3:0. Im zweiten Gruppenspiel gegen England wurde die Packung sogar noch deftiger. Zur Halbzeit stand es bereits 5:0 für die Briten. Doch Felipe Baloy machte sich mit dem Ehrentreffer zum letztendlichen 1:6 unsterblich. Die Begeisterung, die in Panama ob der gelungenen WM-Teilnahme herrscht, wird auch an der Tatsache deutlich, dass Staatspräsident Juan Carlos Varela den 11. Oktober zum per Dekret zum Nationalfeiertag erklärte. Es war jener Tag, an dem die Qualifikation durch den 2:1 Sieg gegen Costa Rica besiegelt wurde.

Traurige Geschehnisse gipfeln im Fußballkrieg

Ebenfalls bei nach den Vorrunde abreisen mussten bei all ihren WM-Teilnahmen Honduras (1982, 2010 und 2014) sowie El Salvador (1970 und 1982). Während Honduras dabei immerhin drei Unentschieden schaffte, hat El Salvador alle sechs WM-Spiele seiner Geschichte verloren. Ein trauriges Ereignis in der Geschichte beider Teams war das Qualifikations-Halbfinale für die WM 1970, das beide Länder gegeneinander austrugen. Die militärischen Konflikte im Zuge dieser Begegnung gingen als „Fußballkrieg“ in die Geschichte ein.

Nachdem Honduras das erste Spiel mit 1:0 gewonnen hatte, gab es bereits beim 3:0 Rückspielerfolg des Teams aus El Salvador Unruhen, bei denen Militär und Polizei eingriff. Die Situation eskalierte beim dritten und entscheidenden Spiel in Mexiko-Stadt. In einem dramatischen Spiel siegte El Salvador in der Verlängerung mit 3:2. Anschließend kam es zu Ausschreitungen, die auch Todesopfer mit sich brachten. Der Konflikt eskalierte bis auf die Staatsebene. Nach etwa zwei Wochen kriegerischer Auseinandersetzungen im Juli 1969 waren über 2.000 Todesopfer zu verzeichnen.

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