VFL Wolfsburg -Saisonrückblick 2019/20

VFL Wolfsburg -Saisonrückblick 2019/20

„Wenn ich selber 0:4 verloren hatte, würde ich einfach die Klappe halten“, sagte ein sichtlich angefressener Hans-Joachim Watzke im Sport1 „Doppelpass“ nach dem letzten Spieltag. Der Dortmund-Boss war mit den Aussagen der Wolfsburger Spieler konfrontiert worden, die ihrerseits dem BVB Vorwürfe ob der 0:4-Niederlage gegen ihren Tabellenkonkurrenten TSG Hoffenheim machten. Durch die gleichzeitige Niederlage des VFL beim feststehenden Meister in München zog Hoffenheim an Wolfsburg vorbei und erreichte so die direkte Qualifikation für die Europa League in der nächsten Saison. Die Wölfe müssen in die unbequeme Qualifikationsrunde. Eine unschöne Schlussnote einer eigentlich über weite Strecken positiv verlaufenen Spielzeit. Wieder mal war in Wolfsburg ein Neuanfang gewagt worden und der neue Trainer Oliver Glasner hatte eine schlagkräftige Truppe geformt.

Gewinner der Saison

In dieser Kategorie liegt es allzu nahe, zuerst an den erfolgreichsten Torschützen des jeweiligen Teams zu denken. Manchmal ist dies nicht eben originell. Im Falle von Wout Weghorst und des VFL Wolfsburg aber kann es keine andere Wahl geben. Hier hatte im vergangenen Jahr zusammengefunden, was offenbar zusammengehört. Mit 33 Bundesligatoren in seinen ersten zwei Jahren schoss sich der Niederländer in die Herzen der VFL-Fans. Doch nicht nur seine Treffer machen ihn zum Publikumsliebling. Der schlaksige Hühne gibt in jedem Spiel alles. Mit seiner kompletten Art ist Weghorst Balsam für die Seele des Wolfsburger Publikums, das in den vergangenen Jahren lange auf eine solche Identifikationsfigur warten musste.

Verlierer der Saison

Yunus Malli bringt eigentlich alles mit, um zum kreativen Leiter in der Wolfsburger Offensive zu werden. Schnell, dribbelstark, torgefährlich und technisch beschlagen ist der Deutsch-Türke. Allein: Er bringt sein großes Potenzial zu selten auf den Platz. Das Ergebnis war in der abgelaufenen Saison eine Leihe zu Union Berlin, wo er ebenfalls nicht zur prägenden Figur werden konnte.

Höhepunkt der Saison

Als Führungsspieler Maximilian Arnold am Ende eines offenen Spiels gegen Borussia Mönchengladbach in der Nachspielzeit mit einem satten Distanzschuss die Siegtreffer erzielte, war die Stimmung für Wolfsburger Verhältnisse auf dem Siedepunkt. Gegen den Champions-League-Aspiranten vom Niederrhein war dies ein echter Bigpoint im Kampf um die internationalen Plätze. Zufrieden bog man auf die Zielgerade der Hinrunde ein, die nun als insgesamt gelungen verbucht werden konnte.

Tiefpunkt der Saison

Niemand mag schlechte Verlierer. Deshalb muss man die Geschehnisse nach dem letzten Spieltag zum Wolfsburger Tiefpunkt der Saison erklären. Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Mittelfeldmann Maximilian Arnold deuteten mit beleidigter Miene eine Wettbewerbsverzerrung an, da die Dortmunder im Parallelspiel gegen Hoffenheim keine vernünftige Leistung mehr abgerufen hatten. Unausgesprochen blieb da die Schlussfolgerung, dass der VFL selbst offenbar einen Erfolg in München für unmöglich gehalten hat. Zur Wahrheit gehört nämlich, dass die Wölfe es selbst in der Hand hatten. Womit wir wieder bei der Watzke’schen Aussage vom Anfang angelangt wären.

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