Top 5: Überraschende Bundesliga-Torschützenkönige

Top 5: Überraschende Bundesliga-Torschützenkönige

Zum dritten Mal in Folge ist Robert Lewandowski Torschützenkönig der Fußball Bundesliga. Das Rennen um die Kanone droht, genauso einseitig zu werden, wie der Wettkampf um die Meisterschaft. Doch nicht immer war eine Wette auf den besten Bomber einer Saison so vermeintlich sicher wie heutzutage. Hier kommen die Top 5 der überraschenden Torschützenkönige, mit denen vorher niemand gerechnet hatte.

Platz 5: Grafite 2009/09

Am Ende der Hinrunde war der VFL Wolfsburg lediglich neunter in der Bundesligatabelle. Die Wölfe legten jedoch in der Rückrunde einen historischen Spurt hin und distanzierten am Ende die schwächelnden Bayern. Dass sowohl Grafite als auch Sturmpartner Edin Dzeko passable Fußballer waren, darüber waren sich viele Experten einig. Dass sie aber zum besten Sturmduo werden würden, das je in einer Bundesligasaison auflief, überraschte dann doch. Mit den beiden sowie Spielmacher Zvjezdan Misimovic hatte Trainer Felix Magath ein Triumvirat aufgebaut, das jede Abwehr zu sezieren wusste. Die wilde Fahrt des VFL nahm ihren Höhepunkt beim 5:1 gegen den Verfolger aus München, als der immer etwas hüftsteif wirkende Grafite elegant durch die gesamte Bayern-Abwehr kurvte und den Ballschließlich mit der Hacke einschob.

Platz 4: Michael Preetz 1998/99

Michael Preetz ist von Hertha BSC Berlin nicht mehr wegzudenken. Der heutige Manager ist seit 25 Jahren fest mit dem Club verbandelt. Allerdings war es nicht immer so: Die Hertha war bereits sein dritter Anlauf, bei dem er endlich den Durchbruch in der Bundesliga schaffte. Zuvor hatte er es bereits bei seinem Heimatverein Fortuna Düsseldorf und mit dem MSV Duisburg versucht.

Doch manchmal klappt es erst auf dem dritten Bildungsweg: In Berlin hatte Preetz bereits großen Anteil am Aufstieg 1997. Doch erst nach der Verletzung des Platzhirsches Axel Kruse wurde Preetz zur unumstrittenen Nummer 1 im Hertha-Sturm. In den folgenden vier Jahren war er stets bester Torschütze seines Vereins, immer mit einer zweistelligen Anzahl an Treffern. 1998 hatte Hertha schließlich eine starke Mannschaft mit vielen Nationalspielern zusammengestellt, die sich mit Platz 3 für die Champions League qualifizierte. Preetz erzielte 23 Tore und sicherte sich die begehrte Kanone.

Platz 3: Martin Max 2001/02

Martin Max ist ein Phänomen. Schon während seiner Zeit bei Schalke 04 galt er als überdurchschnittlicher Bundesligastürmer und war unter anderem maßgeblich am UEFA-Cup-Triumph der Königsblauen beteiligt So richtig blühte er allerdings erst mit über 30 nach seinem Wechsel zu 1860 München auf. Nachdem er dort im Jahr 2000 Bundesliga-Torschützenkönig wurde, gelang ihm dies in der Saison 2001/02 erneut. Auch in der Saison 2003/04 wurde er – diesmal im Dienst von Hansa Rostock – im Alter von fast 36 Jahren bester deutscher Torschütze der Spielzeit.

Tragisch, dass Max trotz dieser Referenzen nie eine nennenswerte Rolle in der Nationalmannschaft spielte. Besonders bitter war das bei der WM 2002, als Teamchef Rudi Völler statt Max lieber auf Carsten Jancker vertraute, dem im gleichen Jahr nicht ein einziger Bundesligatreffer gelungen war. „Martin ist ein Härtefall, aufgrund seiner Tore“, erklärte Völler damals. Ob Deutschland im Finale gegen Brasilien mit dem amtierenden Torschützenkönig im Kader bessere Chancen gehabt hätte, wird man niemals erfahren.

Platz 2: Alex Meier 2014/15

Die Frankfurter Vereinslegende Alex Meier schaffte in der Saison 2014/15 außergewöhnliches. Seine 19 Saisontore, die ihm schließlich zur Torjägerkanone reichten, erzielte er fast komplett in der ersten Saisonhälfte. Wegen einer Operation an der Patellasehne stand er der Eintracht ab Mitte April nicht mehr zur Verfügung. Auf seine konstante Führung in der Torjägerliste angesprochen gab Meier sich schon früh sehr bescheiden und erklärte: „Torschützenkönig wird sowieso einer von Bayern“. Doch weder Superstürmer Robert Lewandowski noch Flügelflitzer Arjen Robben holten Meiers Vorsprung in dieser Saison auf.

Platz 1: Ailton 2003/04

Der „Kugelblitz“ Ailton schoss in Werder Bremens furioser Double-Saison 2003/04 einfach alles kurz und klein. Mit dieser Dominanz war nicht unbedingt zu rechnen, denn der Brasilianer hatte schon seit 1998 dem Bremer Kader angehört. Viele hatten bei seiner Ankunft gestaunt und sich gefragt, was Werder denn mit diesem pausbackigen Mann anfangen wolle. Seine überschüssigen Kilos wurden immer wieder thematisiert und so richtig für voll nahmen Ailton längst nicht alle.

Einzig der beharrliche Trainer Thomas Schaaf hatte immer an Ailton geglaubt und ihm das Vertrauen geschenkt. Jahrelang hatte der Coach an seiner Offensive gefeilt, bis er schließlich mit Ivan Klasnic und Johan Micoud die idealen Mitspieler gefunden hatte. Und siehe da: Übergewicht oder nicht, Ailton rannte in diesem Jahr einfach allen davon.

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