Kick it like Götze: Fünf Spieler, die im ersten Spiel trafen

Kick it like Götze: Fünf Spieler, die im ersten Spiel trafen

Mario Götze hat nach lediglich neun Minuten sein erstes Tor für den PSV Eindhoven erzielt. Wir nehmen das zum Anlass und erinnern uns an fünf Spieler, die gleich im ersten Spiel für ihren neuen Klub trafen. Dabei ist jeder gute Einstand mit einer anderen Story verknüpft.

5. Luca Toni – FC Bayern München

Die Bayern waren 2007 mal nicht Meister geworden und das konnte man unmöglich so stehen lassen. Es folgte die übliche Transferoffensive und neben dem besten deutschen Stürmer Miroslav Klose wurden kurz vor knapp noch der junge französische Freigeist Franck Ribery sowie ein gewisser Luca Toni verpflichtet. Letzterer hatte für den AC Florenz alles kurz und klein geschossen und als bester Torjäger Europas den Goldenen Schuh gewonnen. Bei der erfolgreichen Weltmeisterschaft 2006 war er jedoch keine tragende Säule und insgesamt hafteten Kritiker dem schlaksigen Stürmer an, meistens einfach richtig zu stehen und daher so viele Tore zu schießen.

Oft reicht es allerdings, richtig zu stehen. Das beherrschte Toni wie kaum ein zweiter und so kam es, wie es kommen musste. Im ersten Spiel gegen Hansa Rostock dauerte es ganze 14 Minuten, bis der uneigennützige Klose dem Italiener einen Ball mustergültig auflegte und letzterer nur noch vollenden musste. Toni drehte ab und präsentierte der johlenden Menge erstmals seinen „Ohrschrauber“-Torjubel, der in den Folgemonaten Kult werden sollte. Am Ende der Saison war er Torschützenkönig und mit den Bayern Meister geworden. Mit seinem Charme und seinen unzähligen Toren gewann der gutaussehende Toni nicht nur unter den Bayernfans viele Herzen.

4. Martin Fenin – Eintracht Frankfurt

Dass ein perfekter Einstand nicht zwangsläufig eine erfolgreiche Ära einläutet, beweist unser nächstes Beispiel. Eintracht Frankfurt vermeldete zu Jahresbeginn 2008 die Verpflichtung eines weitestgehend unbekannten tschechischen Stürmers namens Martin Fenin. Dessen bisherigen Klub FK Teplice waren angeblich sogar Offerten von Juventus Turin ins Haus geflattert und doch entschied sich der Angreifer für die Hessenmetropole.

In seinem ersten Spiel gegen Hertha BSC Berlin erzielte Fenin nicht ein Tor, sondern gleich drei. Da man in Frankfurt gelegentlich zur Euphorie neigt, waren sich so einige im Umfeld der Eintracht sicher, hier den nächsten Wunderstürmer gesehen zu haben. Doch so richtig konnte Fenin nie an diese Sternstunde anschließen. Nach drei Jahren, 90 Spielen und 14 Toren verließ er Frankfurt nach dem Abstieg 2011 in Richtung Energie Cottbus.

3. Diego – VFL Wolfsburg

Es schien zusammenzukommen, was zusammengehört: Zu Saisonbeginn 2010 wechselte Diego zum VFL Wolfsburg. Der Brasilianer hatte Mitte des Jahrzehnts im Mittelfeld von Werder Bremen brilliert. Kaum ein Fußballfan, der ihn nicht mochte, angesichts seiner spektakulären Aktionen und seines schier nicht enden wollenden technischen Repertoires. Er ging jedoch zu Juventus Turin, wo er nicht so richtig glücklich wurde. Auf der anderen Seite der VFL Wolfsburg, der 2009 Deutscher Meister geworden war, doch den allmählichen Zerfall seines genialen Trios Misimovic-Dzeko-Grafite nicht mehr kompensieren konnte.

Diego kam in Wolfsburg an und schien sich perfekt mit dem Verbliebenen des Wunder-Dreiers, Edin Dzeko, zu ergänzen. Der erste Gegner, der dem neuen Duo-Infernale vor die Flinte kam, schien bemitleidenswert: Es war Mainz 05. Nach 30 Minuten stand es 3:0 für die Wölfe. Zweimal Dzeko und das dritte Tor erzielte Diego höchstselbst. Alles schien nun seinen Gang zu nehmen, doch dann geschah Sonderbares: Ohne dass Wolfsburg komplett eingebrochen wäre, fingen die Gäste aus Mainz plötzlich an, Tor um Tor zu erzielen. Ab der 39. Minute fiel alle zehn Minuten ein Treffer, sodass es nach 60 Minuten plötzlich 3:3 stand. In der 85. Minute fiel sogar das 3:4. Kein gutes Omen für die Verbindung zwischen dem VFL und Diego. Der Brasilianer machte zwar selten ein wirklich schlechtes Spiel, doch komplett glücklich wurde er in Wolfsburg nicht. Ebenso wenig konnte der Verein fortan an die goldenen Zeiten der Meisterschaft anknüpfen.

2. Zlatan Ibrahimovic – L.A. Galaxy

Man könnte uns kicker-freunden eine gewisse Monothematik vorwerfen. Oder uns spöttisch „Zlatan-Freunde“ nennen, denn gefühlt taucht der große Ibra in jeder unserer Top-5-Listen auf. Doch was sollen wir machen? Über den Schweden gibt es nun einmal so unglaublich viele gute Geschichten zu erzählen.

Wie zum Beispiel die, als er endlich in den USA ankam, nachdem er in Amsterdam, Turin, Mailand (Inter), Barcelona, nochmal Mailand (AC), Paris und Manchester Titel gesammelt hatte, wie andere Leute Briefmarken. Zunächst einmal drehte er einen Image-Clip, in dem er neben einem Löwen auf die Kamera zuschritt, mit den Worten: „L.A. – Welcome to Zlatan“.

Dann wurde er im Derby gegen Los Angeles FC in der 71. Minute beim Stande von 1:3 eingewechselt. Als sei es nicht genug, dass er wenige Minuten später mit einem Direktschuss aus 40 Metern das 3:3 erzielte, schob er auch noch in der Nachspielzeit mit einem Kopfball den 4:3-Siegtreffer nach. So kann man sich einführen beim neuen Arbeitgeber.

1. Thierry Henry – Arsenal London

Von 1999 bis 2007 war Arsenal London mit seinem Superstar Thierry Henry so ziemlich das aufregendste, was es im europäischen Fußball zu sehen gab. Trainer Arsene Wenger formte aus der einstmals grauen Maus Arsenal nach und nach eine Traummannschaft, gespickt mit genialen Technikern. Der französische Weltmeister Henry war die Kirsche auf dieser Sahnetorte. Nicht nur erzielte er Tore am Fließband. Seine unvergleichliche Dynamik und sein Antritt ließen Abwehrreihen auf dem ganzen Kontinent erzittern. Wenn es mit dem genialen Kombinationsspiel mal nicht klappte, dann hatte Arsenal immer noch Thierry Henry, der jedes Spiel zu jeder Zeit mit einer unberechenbaren Einzelaktion entscheiden konnte.

Die Fans der Gunners lagen dem Ausnahmekönner zu Füßen und nicht umsonst steht heute eine Bronzestatue von Henry vor dem Emirates Stadium. Doch einer der emotionalsten Momente fand nicht in dieser Zeit statt, sondern fünf Jahre nach seinem Abschied aus London. 2012 war Henry, mittlerweile 35 Jahre alt, bei den New York Red Bulls unter Vertrag, um seine Karriere langsam ausklingen zu lassen. Da bei Arsenal der etatmäßige Sturm beim Afrika-Cup verweilte, kam man auf die Idee, die alte Liebe aufzuwärmen und Henry für einige Monate auszuleihen. Am 9. Januar wurde Henry im FA Cup gegen Leeds United eingewechselt und erzielte das entscheidende 1:0. Der Mann wusste eben, wo das Tor steht – und die Arsenal-Fans wussten, wem ihr Herz gehörte.

(Foto: AFP)

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