Fußballbücher #3: 111 Gründe, Borussia Mönchengladbach zu lieben

Fußballbücher #3: 111 Gründe, Borussia Mönchengladbach zu lieben

Der Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf hat für diverse Fußballvereine Bücher mit der Namensformel „111 Gründe, … zu lieben“ herausgegeben. Es schreibt jeweils ein sachkundiger Autor, der selbst Fan des betreffenden Vereins ist, damit die erforderliche Anzahl an Gründen auch zusammenkommt. Im Falle von Borussia Mönchengladbach ist eine Anekdotensammlung entstanden, die jeden Anhänger der Fohlen wohlige Schauer über den Rücken jagt.

Für diese Buchreihe kommen natürlich die üblichen Verdächtigen in Frage: Bayern, BVB, Schalke, Köln, der HSV aber natürlich auch die „Kultclubs“ Union Berlin und FC St. Pauli. Mittlerweile ist der Verlag von der „Liebe“ abgerückt und nennt die Bücher „111 Gründe … Fan zu sein“:

Als langjähriger Fan der Elf vom Niederrhein besitze ich „111 Gründe, Borussia Mönchengladbach zu lieben“. Geschrieben hat das Buch der freie Journalist Sebastian Dalkowski. Die 2. Auflage erschien im Dezember 2013. So manche großen Ereignisse, die seither stattgefunden haben, sind also noch gar nicht erfasst.

Kurzweiliger Abriss der Klub-Historie

Doch die bewegte Geschichte der Borussia bietet natürlich trotzdem genug Stoff. Diesen erfasste Dalkowski gut und strikte daraus einen kurzweiligen Abriss der Klub-Historie. Zu jedem Grund wird etwa eine Doppelseite geschrieben – ein leicht konsumierbares Format also. An diesem Buch dürfte jeder Gladbach-Fan Spaß haben, egal ob im Bus, am Baggersee oder nachts zum Einschlafen.

Die goldene Ära des Klubs, als Heynckes, Netzer oder Wimmer in den 70er Jahren ganze fünf deutsche Meisterschaften in das ländliche Gebiet am Niederrhein holten, kommt ausreichend zur Geltung. Das legendäre, weil annullierte 7:1 gegen Inter Mailand oder die Duelle mit dem großen FC Liverpool – alles dabei, was das Fohlenherz begehrt.

Stille Helden werden vorgestellt

Es gibt jedoch auch immer wieder neues zu lernen. Welcher Borusse unter den Lesern kennt zum Beispiel Mathilde Bückmann alias Tante Titti? Die Dame war Anfang der 60er bis Ende der 80er Jahre eine Art Herbergsmutter für zugezogene Talente in Borussias Kader. Bei ihr kamen unter anderem Rainer Bonhof, Allan Simonsen oder Stefan Effenberg unter. Wer kennt Charly Stock, einen Masseur, der über 50 Jahre die Waden der Fohlen durchknetete? Autor Dalkowski erzählt in dieser Anekdotensammlung eben auch die Geschichte der stillen Helden, was das Buch umso interessanter macht.

Natürlich kommt auch die (zum Veröffentlichungszeitpunkt) junge Generation auf ihre Kosten. Arango, Reus, Dante, Favre – sie alle tauchen auf. Ebenso werden abseitige Gründe aufgezählt, wie „Weil es so viel Spaß macht, den FC Köln zu hassen“. Das einzige Problem an dem Buch ist, dass es irgendwann enden muss, denn die Historie der Borussia hätte noch Stoff für weitaus mehr Text bereitgehalten. Dementsprechend nennt Dalkowski sein vorletztes Kapitel: „Weil es noch 1.000 andere Gründe gibt“.

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