Top 5: Real Madrid gegen deutsche Klubs

Top 5: Real Madrid gegen deutsche Klubs

Heute Abend trifft Borussia Mönchengladbach in der Champions League auf Real Madrid. Kaum ein Klub verkörpert das erhabene Gefühl der Königsklasse so wie das „Weiße Ballet“ aus der spanischen Hauptstadt – und das nicht nur wegen des Vereinsnamens. Wir blicken zurück auf fünf große Duelle deutscher Mannschaften mit Real Madrid.

5. Real vs. Bayer Leverkusen – Champions-League-Finale 2002

Große Spiele werden von großen Spielern entschieden. Selten wurde diese alte Weisheit so prägnant in einer Szene visualisiert wie in jener 45. Minute in Glasgow, als Zinedine Zidane einen Querschläger von Roberto Carlos mit vollem Risiko und seinem schwächeren linken Fuß volley nahm und in den Winkel bugsierte. Zuvor hatte Raul die Madrilenen, die just im Begriff waren, zu den „Galacticos“ zu werden, erstmals in Führung gebracht. Für die Außenseiter aus Leverkusen, die in diesem Jahr ganz Europa mit spektakulärem Offensiv-Fußball begeisterten, hatte Lucio schon in den 14. Minute ausgeglichen.

Doch Zidane war nicht der einzige große Fußballer, der dieses Finale entschied. In der 68. Minute musste Reals Torwart Cesar Sanchez verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam ein Nachwuchs-Keeper namens Iker Casillas in die Partie, der in den letzten zehn Minuten nicht nur mehrfach spektakulär rettete, sondern später auch fünfmal in Folge Welttorhüter des Jahres wurde.

4. Real vs. Borussia Dortmund – Champions League Halbfinale 1998

Das Halbfinale der Champions League 1997/98 war weniger aus sportlicher denn vielmehr aus popkultureller Hinsicht spektakulär. Der „Torfall von Madrid“ ging in die Fernsehgeschichte ein. Vor dem Anpfiff rissen einige Real-Fans hinter einem der Tore derart stark an der Absperrung, dass sie das dort angebrachte Torgestänge zu Fall brachten. Dies überforderte die Stadion-Organisation. Das Spiel wurde mit 76 Minuten Verspätung angepfiffen. Das Moderatoren-Duo Marcel Reif und Günther Jauch mussten improvisieren und überbrückten die Wartezeit derart unterhaltsam, dass sie dafür mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurden.

Sportlich hingegen war die Begegnung recht unspektakulär. Real war dem BVB deutlich voraus und gewann souverän mit 2:0. Im Rückspiel reichte den „Königlichen“ ein torloses Unentschieden zum Finaleinzug.

3. Real vs. Borussia Mönchengladbach – UEFA Cup Achtelfinale 1985

„Oh, jetzt bekommen die Madrilenen eine Packung“, staunte Kommentator Heribert Faßbender an einem diesigen Novemberabend im Jahr 1985. Im Düsseldorfer Rheinstadion, wo Borussia Mönchengladbach seine internationalen Heimspiele austragen musste, fegte die Elf vom Niederrhein mit 5:1 über Real Madrid hinweg. Die Namen der Torschützen zaubern heute noch jedem Gladbach-Fan eine Gänsehaut auf den Rücken: Frank Mill, Hans-Jörg Criens, Uwe Rahn und Ewald Lienen. Dazu ein Eigentor von Reals Salguero. Für Madrid hatte lediglich Gordillo zum zwischenzeitlichen 4:1 verkürzt.

Dass die Borussia trotzdem noch ausschied, ist nur bedingt zu erklären. Wie Christian Hochstätter viele Jahre später berichtete, habe die komplette Mannschaft sich im Rückspiel ab der ersten Minute gefühlt, als sei sie schon ausgeschieden. Das ganze Stadion habe jeden Gladbacher Ballkontakt mit einem Pfeifkonzert begleitet. Die Spieler der Heimmannschaft hätten auf alles getreten, was sich bewegt und seien vom Schiedsrichter dabei nicht weiter gestört worden. In der 89. Minute erzielte Real das 4:0, was wegen der Auswärtstor-Regel zum Weiterkommen reichte. Heute Abend kann die Borussia diese 35 Jahre alte Rechnung begleichen.

2. Real vs. Borussia Dortmund – Champions League Halbfinale 2013

Es war vielleicht der Höhepunkt der Klopp-Ära in Dortmund. Nach der Meisterschaft 2011 sowie dem Double 2012 stand man nun endlich wieder mal im Halbfinale des höchsten europäischen Klubwettbewerbs. Von hier an ging es bergab, was sich schon im unmittelbar vor der Partie bekannt gewordenen Abschied von Shootingstar Mario Götze manifestierte. Trainer Jürgen Klopp appellierte die Fans in einer leidenschaftlichen Pressekonferenz, keine negative Stimmung aufkommen zu lassen.

Das Dortmunder Publikum gehorchte und Klopps Spieler legten entsprechend los. Besonders einer lies sich so gar nicht von der Panik um Götzes Abschied gen München anstecken: Robert Lewandowski brachte Dortmund früh in Führung. Reals Star Cristiano Ronaldo glich zwar noch einmal aus, doch an guten Tagen konnte dem BVB in dieser Zeit kaum ein Team standhalten. Lewandowski legte in der zweiten Halbzeit einen Hattrick nach und Dortmund siegte mit 4:1. Am Finaleinzug konnte auch das 0:2 im Rückspiel nichts ändern.

1. Real vs. Bayern München – Champions League Halbfinale 2014

Den amtierenden Champions League Sieger in dessen Stadion mit 4:0 demütigen – das kann wohl nur Real Madrid. Die „Superbayern“ waren noch relativ optimistisch, hatten sie doch im Stadio Santiago Bernabeu „nur“ mit 0:1 verloren. Das könnte sich doch in der Allianz Arena alles noch umdrehen lassen!

Allerdings hatte Reals Defensiv-Leitwolf Sergio Ramos nach 20 Minuten bereits zwei Kopfballtore erzielt und die Hoffnungen der Bayernfans mit aller Brutalität zerschmettert. Noch vor der Pause fuhren die Madrilenen einen schulbuchmäßigen Konter. Bale legte auf Ronaldo. Die beiden Stars, denen oft Eifersüchteleien nachgesagt wurden, harmonierten perfekt. Ronaldo erzielte sein 15. Tor im Wettbewerb, was er mit einem reichlich infantilen Finger-Spreiz-Jubel zelebrierte und damit so manchem Bayern-Anhänger zusätzlich den Kamm anschwellen lies. Als sei das nicht genug, düpierte „CR7“ Bayerns Torwart-Helden Manuel Neuer in der 90. Minute auch noch mit einem Freistoß, den er unter der hochspringenden Mauer hindurchschob.

Vielleicht war dies das erste große Ausrufezeichen einer Real-Mannschaft, die in fünf Jahren viermal die Champions League gewann.

(Foto: AFP)

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