SC Freiburg – Saisonrückblick 2019/20

SC Freiburg – Saisonrückblick 2019/20

„Ob wir lieber sechster werden wollen oder lieber siebter? Lieber sechster“, antwortete Trainer Christian Streich in einer Pressekonferenz auf zugegebenermaßen überflüssig erscheinende Frage. Für seinen SC Freiburg wurde es am Ende der zurückliegenden Saison weder der sechste noch der siebte, sondern der achte Platz. Obwohl das internationale Geschäft lange möglich schien und mit dieser Platzierung knapp verpasst wurde, spricht man im Breisgau gemeinhin von einer guten Saison. Dabei zehrte der SC lange von einem starken Auftakt. Bis zum 12. Spieltag befand sich das Team in Champions-League-Gefilden. Im zweiten und dritten Saisondrittel zeigte die Kurve leicht nach unten, doch in Freiburg ticken die Uhren anders und ein einstelliger Tabellenplatz wird wohlwollend rezipiert. Der Verein kommt ohne wahrnehmbares sportliches Wachstum aus. Die Fans freuen sich, wenn in jedem Jahr wieder ein junger Spieler auf sich aufmerksam machen kann (auch wenn dieser dann nicht mehr lange beim SC spielt) und der leicht schrullige Christian Streich wird von allen geliebt und von den örtlichen Medien wie ein Universalgelehrter behandelt.

Christian Streich (Foto:RB Leipzig)
Fotos: RB Leipzig

Gewinner der Saison

Ob Kruse, Grifo, Niederlechner oder jetzt Waldschmidt: Der SC Freiburg ist vor allem dafür bekannt, immer wieder neue Offensivtalente groß zu machen. Der Shootingstar 2019/20 spielt jedoch auf der momentan sehr gefragten Position des Innenverteidigers. Robin Koch überzeugte durch konstante Leistungen nicht nur Christian Streich, der diese mit einem Stammplatz honoriert. Auch der alte Freiburg-Sympathisant Joachim Löw ist auf Koch aufmerksam geworden und hat ihn in den erweiterten Kreis der Nationalmannschaft berufen. Sein Debüt hat Koch, Sohn des 90er-Jahre-Kultspielers Harry Koch, dort bereits gegeben. Aktuell wird sein Marktwert auf 17 Millionen Euro taxiert und man darf gespannt sein, wie lange Freiburg den Spieler noch halten kann.

Verlierer der Saison

Nach der bärenstarken U21-Europameisterschaft, als Luca Waldschmidt mit sieben Treffern zum Torschützenkönig wurde, stellte sich für viele eigentlich nur noch die Frage, zu welchem großen Verein das Riesentalent wie früh wechseln würde. Heute sieht es anders aus. Mit sieben Toren ist die Saison für den Stürmer eher dürftig ausgefallen. Zwei der Treffer erzielte er am letzten Spieltag gegen Schalke, die sich offenbar mental schon in der Sommerpause befanden. Trainer Streich nahm offenbar Formschwankungen bei Waldschmidt wahr und gönnte ihm immer wieder Pausen. Nummer 1 im Freiburger Sturm ist hingegen der deutlich erfahrenere Nils Petersen, dem immer wieder das Prädikat des „Jokers“ angehängt wird. Es wird interessant zu sehen, wie Waldschmidt mit einem Jahr Leistungsdelle umgeht und ob es doch noch zu einer internationalen Karriere reicht.

Höhepunkt der Saison

Auch wenn es einen vorübergehenden Sturz von Platz 3 auf Platz 5 bedeutete: Das 2:2, das der SC am 10. Spieltag bei Werder Bremen erkämpfte, war ein ganz wichtiger Punkt für die Moral. Werder war unter Zugzwang, bestimmte das Spiel und ging zweimal in Führung. Der SCF benötigte Glück, einen indisponierten gegnerischen Torwart sowie die Abgezocktheit von Nils Petersen, der kurz vor Schluss den Ausgleich markierte. Doch nach dem Ohnehin geglückten Start war dieses Spiel ein Zeichen an die Liga: Der SC Freiburg wird anno 2019 nur ganz schwer zu schlagen sein.

Tiefpunkt der Saison

Und wie es halt beim SC Freiburg so ist: Das Team ist imstande, Leipzig und Mönchengladbach zu schlagen, holt Punkte in Leverkusen und Dortmund, doch verliert an anderen Tagen auch schonmal zuhause 0:2 gegen den späteren Absteiger aus Düsseldorf. So geschehen am 23. Spieltag, als man folgerichtig auf den neunten Rang fiel. Dies war die schlechteste Saisonplatzierung des SC und letztlich waren es diese Punkte, die zum Erreichen der Europa League gefehlt haben.

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