Top 5: Torhymnen in der Fußball-Bundesliga

Fankurve bejubelt ein Tor, unten steht Spieler an der Eckfahne

Die Torhymnen gehören zu den Schmankerln im Bundesliga-Zirkus. Mitunter verraten sie sogar einiges über die Identität eines Vereins und werden deshalb auch gelegentlich leidenschaftlich unter den Fans diskutiert. Wird ein mitreißender Kracher durch eine lahme Nummer ersetzt, kann das einem schon den Spaß am Tor der eigenen Mannschaft verderben. Umgekehrt macht das Feiern zur richtigen Musik gleich doppelt Spaß.

Seven Nation Army? Song 2? Go West? Es geht auch origineller. Einige Bundesligisten haben mit der Wahl ihres Torjingles einen echten Coup gelandet. Das folgende Ranking ist natürlich rein subjektiv. Falls ihr eure Lieblings-Torhymne vermisst, schreibt es einfach in die Kommentare.

5. Hamburger SV – Auf geht’s Hamburg (Scooter)

Wer kennt Hans Peter Geerdes? Nein, klingelt da nichts? Dann probieren wir es mit H.P. Baxxter. Ahhh, genau. Jeder kennt die 90er-Jahre-Eurodancer Scooter und ihren wasserstoffblonden Frontmann. Bis heute ist die Kombo nicht totzukriegen und das ist gut so. Neben dem Debüt-Hit „Hyper Hyper“ lieben viele vor allem den „Döp Döp“-Refrain von „Maria (I like it loud)“ und werden deshalb möglicherweise auch nicht unbedingt mit Platz 2 in dieser Liste einverstanden sein. Aber für mich bleibt „One (Always Hardcore)“ die bessere Nummer. Das Ganze in „Auf geht’s Hamburg“ umzutexten, ist so simpel wie genial.

4. Werder Bremen – Im Gonna Be (500 Miles) (The Proclaimers)

Wenn Werder Bremen im eigenen Stadion ein Tor erzielt, dann gibt es zunächst mal gar keine Musik. Es hallt nur das gewaltige Nebelhorn durchs weite Rund. Allein das macht schon Spaß. Doch dann geht es los und die Proclaimers schmettern ihren Evergreen. Die inoffizielle schottische Nationalhymne ist Kult und das nicht erst, seit sie einem (mittlerweile nicht mehr ganz so) jungen Publikum in der Sitcom „How I met your Mother“ nochmal nähergebracht wurde.

3. VFL Wolfsburg – Rama Lama Ding Dong (Rocky Sharpe and the Replays)

Über die vorhandene oder nicht vorhandene Stimmung im Wolfsburger Stadion wurden genug Witze erzählt, auf diesen Pfad wollen wir uns also nicht begeben. Was die Tormelodie angeht, so setzt der Verein aus der Autostadt definitiv auf einen erprobten Klassiker, der zu diversen Anlässen im sportlichen und außersportlichen Bereich genutzt wird. Wer schon mal in einer gerammelt vollen Eishockey-Halle den Schal zu Rocky Sharpes Hymne geschwenkt hat, der weiß, wie viel Spaß das macht. Und warum die holde Maid des Erzählers nun ausgerechnet „Rama Lama Ding Dong“ heißt, ist dann auch egal.

Im Original komponierten übrigens The Edsels den Doo-Wop-Klassiker im Jahr 1958 und nahmen ihn Ende der 50er-Jahre erstmals auf.

2. Borussia Mönchengladbach: Welch ein Tag (Mario Jordan)

Wer in den 80er-Jahren geboren wurde, der bekommt jedes Mal wohlig-nostalgische Gefühle, wenn er Werbejingles aus den 90er-Jahren hört. Wir hatten wirklich eine schöne Kindheit! Fans von Borussia Mönchengladbach denken bei dem satten Refrain „Ein schöööner Tag…“ von Mario Jordan allerdings nicht nur an das leckere Diebels-Bier, sondern auch an magische Abende auf dem Bökelberg, Flutlichtspiele, Konterfußball unter Bernd Krauss und tolle Tore von Kalle Pflipsen, Stefan Effenberg oder Martin Dahlin.

Passenderweise war Diebels damals Trikotsponsor der Borussia, wodurch das ganze ein Gesamtkunstwerk ergab. Die Trikots im satten schwarz-grün, das heimelige Stadion, die Tormusik – Mitte der 90er war die letzte große Blütezeit der Borussia, bevor ihre Fans 15 Jahre lang ganz tapfer sein mussten.

1. VFB Stuttgart: Bro Hymn (Pennywise)

Seit über 30 Jahren sind die Kalifornischen Punkrocker von Pennywise ihrem Stil treu. Für ihre rasend schnellen und dabei gleichzeitig melodischen Hymnen werden sie von ihren Fans geliebt. Die bekannteste davon, „Bro Hymn“, war erstmals auf dem selbstbetitelten Album von 1991 zu finden. Eigentlich ist es ein trauriges Lied, da es drei verstorbenen Freunden der Band gewidmet ist. Bassist Jason Thirsk komponierte die eingängige Tonabfolge, die er zu Beginn auf seinem Instrument vorspielt und auf der das komplette Lied basiert.

1997 nahm die Band das Lied auf dem Album „Full Circle“ noch einmal als „Bro Hymn Tribute“ auf. Diesmal mit leicht verändertem Text, da Thirsk kurz zuvor selbst verstorben war und die zweite Version ihm gewidmet wurde.

Ob man diesen schwermütigen Hintergrund nun kennt oder nicht – der „Whooo-hooo-ho-hooo“-Refrain, der bei jedem Tor des VFB Stuttgart durch die Stadionlautsprecher schallt, lässt kaum jemanden kalt. Das Lied handelt davon, in schweren Zeiten zusammenzustehen. Damit kann sich sicherlich auch der eine oder andere Fußballfan identifizieren.

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