Belanglos und unverantwortlich: Über die komplett unnötige Klub-WM

Belanglos und unverantwortlich: Über die komplett unnötige Klub-WM

Der FC Bayern kämpft heute Abend um die Klub-WM und damit um den sechsten Titel in Folge. Der Wettbewerb ist ein unnötiges Marketing-Event ohne sportlichen Wert. Insbesondere in Pandemie-Zeiten muss das nicht sein.

Doch doch, man wolle jetzt diese grandiose Saison perfekt machen und diesen sechsten Titel auch gern gewinnen, war neulich die Antwort eines privat befreundeten Bayernfans auf die Frage, ob dieser denn hinter dem Projekt „Klub-WM“ stehe.

Nachdem die Münchener im unmittelbaren Anschluss an ihr Bundesligaspiel bei Hertha BSC Berlin in ein Flugzeug gestiegen sind, konnten sie nicht direkt vom BER nach Katar durchstarten, sondern mussten noch über München fliegen. Dass dies nicht unproblematisch vonstattenging und die Delegation eine Nacht im Luxusflugzeug verbringen musste, das Gejammer der Verantwortlichen hierüber sowie der Spott der Kommentatoren gingen durch die Medien.

In dem Wüstenstaat, Gastgeber der WM 2022 und viel kritisiert wegen des Umgangs mit Menschenrechten, engagiert sich der FC Bayern schon eine ganze Weile. Sportlich musste in einem Halbfinalspiel der Afrika-Meister Al-Ahly aus dem Weg geräumt werden, was dann auch locker und leicht gelang. Im Finale wartet nun der amerikanische Vertreter Tigres UANL aus Mexiko. Wahrscheinlich werden die Münchener sich auch hier durchsetzen und ihren „Traum“ vom in den Medien so lächerlich benannten „Sextuple“ wahrmachen.

Europa und Amerika machen den Titel unter sich aus

Die sportliche Relevanz des Wettbewerbs, der einen derart bedeutungsschwangeren Namen trägt, lässt sich hinterfragen. Seit dem Jahr 2000 wurde die Klub-WM 16 mal ausgetragen. Zwölfmal setzte sich der europäische Vertreter durch, viermal der amerikanische. Letztere kamen allesamt aus Brasilien. Da fällt es augenscheinlich schwer, der Veranstaltung irgendeine Relevanz abzugewinnen. Auf der verzweifelten Suche nach einer Schlagzeile überschlug sich die Bild dann ob der Tatsache, dass Hansi Flick im Halbfinale tatsächlich Ergänzungsspieler Marc Roca statt Ergänzungsspieler Jamal Musiala hatte spielen lassen.

Neben der sportlichen Bedeutungslosigkeit und dem faden Beigeschmack bezüglich des Gastgeberlandes wird die Veranstaltung aber vor allem im Lichte der Pandemie zum echten Ärgernis. In einer Zeit, da die gesamte Gesellschaft unter den Einschränkungen ächzt und in denen selbst die Austragung von Bundesligaspielen zurecht immer wieder kritisch hinterfragt wird, muss auf Biegen und Brechen ein komplett unnötiges Event durchgezogen werden. Wünschen wir also dem FC Bayern viel Erfolg! Auf dass der Traum vom Sextuple noch einmal wahr wird und auch in Malaysia, Chile und Neufundland Bayern-Trikots verkauft werden!

(Foto: AFP)

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