Wird es bei Hertha jetzt eng für Michael Preetz?

Wird es bei Hertha jetzt eng für Michael Preetz?

Hertha BSC Berlin ist mal wieder in der Krise. Trainer Bruno Labbadia hatte mit dem Hauptstadtklub eine ordentliche Rückrunde gespielt, nun droht ihm das Aus. Viele Experten sehen bei einem erneuten Trainerwechsel auch die Zeit von Manager Michael Preetz abgelaufen.

Die TSG Hoffenheim ging nicht gerade von Selbstbewusstsein gestählt in das Spiel bei der Hertha. Im Gegenteil, eigentlich war es der Gast aus dem Kraichgau, der sich in einer veritablen Krise befand. Dennoch gewann Hoffenheim das Spiel leichtfüßig mit 3:0. Stürmer Andrej Kramaric, bei dem bis dato Flaute herrschte, traf direkt doppelt.

Sollten Köln und Bielefeld ihre heutigen Spiele gewinnen, so hätte die Hertha zum Ende der Hinrunde nur noch zwei Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz. Es droht der dritte Abstieg in diesem Jahrhundert. Das verbindende Element wäre Manager Michael Preetz.

Der gebürtige Düsseldorfer ging früher als Klassestürmer für die Hertha auf Torejagd. Im Anschluss an die aktive Karriere wurde er zunächst Assistent des damaligen Managers Dieter Hoeneß, bevor er 2009 dessen Aufgaben übernahm. Niemand zweifelt an der Identifikation des Managers mit dem Verein, doch seine erste Saison in der Verantwortung endete mit dem Abstieg. Der vermeintliche Betriebsunfall wurde rasch repariert, doch nach dem Aufstieg folgte der schnelle Wiederabstieg.

Vernichtende Bilanz seit dem Abschied von Dardai

Schon damals gab es Stimmen, die an Preetz Personalentscheidungen zweifelten. Seine Rolle als mahnender, nüchterner Bedenkenträger geht zudem vielen in der aufstrebenden, hippen Hauptstadt gegen den Strich. Je mehr Hertha versucht, mittels zweifelhafter Imagekampagnen zum Flair der Stadt aufzuschließen, umso piefiger wirkt das Ganze.

Viele tragen Preetz die Absetzung von Pal Dardai als Cheftrainer nach, der die Hertha wenigstens sportlich stabilisiert hatte und als langjähriger Spieler für eine gewisse Identifikation stand. Ein Verein für ganz Berlin zu werden, das wurde im Olympiastadion bislang ebenfalls nicht erreicht. Kritiker ziehen für die Entwicklung seit dem Abschied von Dardai eine vernichtende Bilanz: Nachfolger Ante Covic funktionierte nicht, die Verbindung mit Investor Lars Windhorst wird mindestens zwiespältig rezipiert, das Engagement von Jürgen Klinsmann endete in einem PR-Debakel und das Wort „Big City Club“ ist heute eher ein Running Gag als Realität. Sollte das Spiel am Samstag gegen Werder Bremen verloren werden, dürfte es nicht nur für Labbadia, sondern auch für Preetz eng werden.

(Foto: AFP)

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