Frankfurter Emotion: Abraham geht, Jovic kommt

Frankfurter Emotion: Abraham geht, Jovic kommt

Das Heimspiel von Eintracht Frankfurt gegen Schalke 04 am vergangenen Sonntag war ein besonderes. Kapitän David Abraham hat sein letztes Spiel im Trikot der Eintracht gemacht. Er geht zurück in seine Heimat Argentinien. Als wäre der Gänsehaut-Faktor damit nicht schon groß genug, erzielte auch noch Rückkehrer Luka Jovic zwei Tore zum Frankfurter Sieg. Wir würdigen zwei besondere Spieler.

Der 34jährige Abwehrrecke Abraham und die 23jährige Tormaschine Jovic – beide Spieler gehörten zu der Frankfurter Kernmannschaft, die in den vergangenen Jahren diese bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen hat. Dem sensationellen Pokalsieg 2018 folgte die großartige Europa-League-Saison, in der die Eintracht im Halbfinale denkbar knapp am FC Chelsea scheiterte und auf dem Weg dorthin manch namhaften Gegner ausgeschaltet hatte.

Abraham: Harter Hund mit vergleichsweise wenigen Platzverweisen

Abraham, der zuvor schon in der Schweiz und in Spanien gespielt hatte, betrat die Bundesliga-Bühne im Januar 2013. Mit der TSG Hoffenheim schaffte er in diesem Jahr soeben den Klassenerhalt. Im Relegationsspiel gegen Kaiserslautern erzielte er sein erstes Tor. Der oft als Raubein verschriene, durchaus kernige Innenverteidiger wechselte 2015 zur Eintracht und wurde rasch ein Fixpunkt des Teams. 2018 übergab ihm Trainer Adi Hütter dauerhaft die Kapitänsbinde, die er schon zuvor immer wieder aushilfsweise getragen hatte.

Seinen unbestrittenen Qualitäten als Abwehrspieler und als Führungsfigur steht das eine oder andere zu harte Einsteigen gegenüber. Allerdings flog er in acht Jahren Bundesliga „nur“ dreimal vom Platz. Der bekannteste dieser drei Platzverweise war jener, bei dem er Freiburgs Trainer Christian Streich von den Beinen rammte, um den Ball schneller aus dem Seitenaus holen zu können, und damit eine Rudelbildung auslöste. Abraham entschuldigte sich später und Streich erklärte die Angelegenheit für erledigt.

Jovic tröstet die traurigen Eintracht-Seelen

Als der Argentinier mit der Eintracht im Mai 2018 die Bayern im Pokalfinale besiegte, jubelte Luka Jovic lediglich von der Ersatzbank aus mit. Sein Durchbruch erfolgte in der Saison darauf, als er mit den Kollegen Ante Rebic und Sebastien Haller zur in ganz Deutschland und Europa gefürchteten „Büffelherde“ zählte. Das Dreiergespann harmonierte prächtig und zerlegte nahezu jede Abwehrreihe. Jovic war der treffsicherste der drei. Vor allem im Bundesligaspiel gegen Fortuna Düsseldorf trug er sich mit einem Fünferpack in die Geschichtsbücher ein. Angesichts seines jungen Alters wurden europäische Topklubs aufmerksam und es wurde gleich der ganz große Fisch: Real Madrid nahm den Serben unter Vertrag.

Doch wie so viele große Talente, die sich mit ebenso großen Hoffnungen dem „weißen Ballett“ anschließen, konnte sich Jovic in Madrid nicht durchsetzen. Dass ausgerechnet er nun am vergangenen Sonntag zwei wunderschöne Treffer erzielte, die wirkten, als habe er in den vergangenen zwei Jahren nichts anderes getan, wird den Seelen der Eintracht-Fans, die über den Abgang des Kapitäns Abraham trauerten, gutgetan haben.

(Foto: AFP)

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