Jahresrückblick 2020: Fußballfeste und Tribünenskandale im Februar

Jahresrückblick 2020: Fußballfeste und Tribünenskandale im Februar

Der Februar 2020 bot den Fußballfreunden eine große Palette von rauschenden Ballnächten bis hin zu aufreibenden Streitereien zwischen einem Teil der Fans und Fußballfunktionären. Wäre im Folgemonat kein Lockdown beschlossen worden, dann hätte „Dietmar Hopp gegen die Ultras“ das Zeug zum Dauerthema gehabt.

Das fußballerische Highlight gab es gleich zum Monatsbeginn: Am Topspiel des 21. Spieltags lieferten sich Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund ein Duell der Extraklasse. Traumkombinationen, spektakuläre Tore, wechselnde Führungen: Dieses Spiel am 08.02 bot einfach alles. Am Ende drehten die Leverkusener Hausherren den 2:3-Rückstand in den letzten zehn Minuten noch auf 4:3. Die BayArena stand kopf.

Sympathischer Aufsteiger kann sportlich leider nicht mithalten

Einen weiteren besonderen Moment stellt für uns Kicker-Freunde das Freitagsspiel des 23. Spieltags dar. Der Aufsteiger und Tabellenletzte aus Paderborn war zu Gast beim übermächtigen FC Bayern München. Doch anstatt sich in der eigenen Defensive einzuigeln, wie dies so viele Teams tun, die nach München kommen, taten die Paderborner das, was sie über die ganze Zeit ausgezeichnet hatte: Sie stürmten munter nach vorn.

Ein Patzer von Manuel Neuer gestaltete das Spiel lange offen. Doch letztlich setzten sich die Bayern mit 3:2 durch. Paderborn gewann in dieser Saison viele Sympathien, da sie, obwohl sportlich immer Außenseiter, ihr Heil in der Offensive suchten. Allein Punkte sprangen zu wenig dabei heraus. Nicht nur an Spielen wie dem in München merkte man: Es reicht einfach nicht für den mutigen Aufsteiger. Doch die Truppe von Steffen Baumgart ging lieber mit wehenden Fahnen zurück in die zweite Liga als 34 Spieltage lang nur destruktiv aufzutreten. Dafür gebührt dem ganzen Klub Respekt.

Unwürdiger Streit: Ultras versus Dietmar Hopp

Sein unwürdiges Lowlight fand der Februar am 24. Spieltag. Die Partie zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern war sportlich eher uninteressant. Die Bayern hatten keine Mühe und setzten sich mit 6:0 durch. Mitte der zweiten Halbzeit eskalierte jedoch das Drumherum, als mitgereiste Bayern-Fans wiederholt Transparente zeigten, in denen TSG-Mäzen Dietmar Hopp verunglimpft wurde. Bayern-Funktionäre wie die Vorstände Karl-Heinz Rummenigge und Oliver Kahn sowie Trainer Hansi Flick forderten die Fans vehement auf, dies zu unterlassen.

Am Ende boykottierten die Spieler beider Teams das Geschehen und kickten sich den Ball solidarisch die letzten Minuten gegenseitig zu. Es folgte eine skandalisierte mediale Diskussion, die so manche Stilblüten hervorbrachte. Sie war in der Regel geprägt von Forderungen nach härteren Maßnahmen auf der einen und dem verharren in den Provokationen auf der anderen Seite. Das Thema hätte Fußballdeutschland mit Sicherheit noch lange verfolgt, wäre nicht zwei Wochen später die Bundesliga wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt worden.

(Foto: AFP)

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