Jahresrückblick 2020, Januar: Unbeschwerte Zeit in Gelsenkirchen

Jahresrückblick 2020, Januar: Unbeschwerte Zeit in Gelsenkirchen

Die Weihnachtszeit ist die Zeit der Jahresrückblicke und dem schließen sich auch die Kicker-Freunde an. Ab heute blicken wir Monat für Monat auf das verrückte Jahr 2020 zurück und küren jeweils unsere Highlights des Monats. Wir starten im Januar mit dem Anpfiff zu einer Rückrunde, die in die Geschichte eingehen sollte.

Am 17. Januar wurde die Rückrunde mit dem Spiel Schalke gegen Mönchengladbach angepfiffen. Zu diesem Zeitpunkt hatte man zwar bereits etwas von diesem ominösen Virus aus China gehört, doch konnte sich noch niemand vorstellen, was zwei Monate später im Land los sein würde. Wie ein Symbol der Krise wirkt im Nachhinein der FC Schalke, der – ohnehin schon mit hohen Verbindlichkeiten belastet – durch die fehlenden Zuschauereinnahmen finanziell an den Rand der finanziellen Existenz getrieben wurde. Nach dem darauffolgenden Sparkurs auch sportlich.

Doch Mitte Januar war davon noch nichts zu merken. Vor vollem Haus schlugen die Schalker Mönchengladbach mit 2:0. Die Tore erzielten Suat Serdar, der sich mit einer starken Hinrunde zum Nationalspieler aufgeschwungen hatte, und Neuzugang Michael Gregoritsch, von dem man sofort hoffte, dass er Schalkes Offensive signifikant weiterhelfen könnte.

Nach einer starken Hinrunde schien man in Gelsenkirchen definitiv die internationalen Plätze angreifen zu können. Nach Jahren des Schlingerkurses, so der Eindruck, hatte man mit David Wagner endlich einen Trainer gefunden, der S04 auf Kurs bringen könnte. Und wie schön, es war auch noch einer mit Stallgeruch: Wagner gehörte zu den „Eurofightern“, die 1997 völlig überraschend den UEFA Cup geholt hatten.

Ein Abend wie ein Relikt aus der unbeschwerten Prä-Corona-Zeit

Auch die Borussia aus Mönchengladbach hatte eine starke Hinrunde gespielt. Auf die Frage, ob wie in der Vorsaison die Gefahr eines Einbruchs bestehe, antwortete Borussen-Torwart Yann Sommer selbstbewusst: „Auf gar keinen Fall“. An diesem Abend schienen also alle Beteiligten komplett mit der Welt zufrieden zu sein. Im Nachgang wirkt dies wie ein Relikt aus der unbeschwerten Prä-Corona-Zeit. Niemand ahnte damals, dass dies Schalkes letzter Liga-Sieg für unglaubliche elf Monate sein würde. Es folgte jener beispiellose Absturz, von dem bis heute keiner weiß, wann und wo er endet.

(Foto: AFP)

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