Kimmich ist nicht allein: Top 5 der „unglücklichen“ Verletzungen

Kimmich ist nicht allein: Top 5 der „unglücklichen“ Verletzungen

Joshua Kimmich hat sich beim Versuch, Erling Haaland zu foulen, verletzt. Zum Glück ist es wohl nicht so dramatisch, wie es zu Beginn aussah. Wir fühlen mit dem Nationalspieler, doch angesichts seines waghalsigen Tacklings bleibt auch ein Gefühl von „selbst schuld“. Kicker-freunde.de listet fünf kurios zugefügte Verletzungen auf. Ein Familienalbum des Schmerzes.

5. Logan Bailly – 2009

Logan Bailly war in Mönchengladbach für einige Monate ein Volksheld. In der Winterpause 2008/09 holte die Borussia, damals massiv vom Abstieg bedroht, den relativ unbekannten belgischen Torwart an den Niederrhein. Mit fantastischen Paraden sicherte der extrovertierte Bailly den Gladbachern den Klassenerhalt und wurde zum Spieler der Saison gewählt. Es hätte alles so schön werden können. Doch dann fiel dem Torwart im darauffolgenden Sommer im eigenen Haus eine Klimaanlage auf den Fuß. Diagnose: Mittelfußbruch. Bailly verpasste den Saisonauftakt, kehrte später wieder zurück zwischen die Pfosten aber erreichte nie wieder jene formidable Form seiner ersten Halbserie in Deutschland. Später schrieb der Spieler weitaus schlechtere Schlagzeilen, in dessen Mittelpunkt Schulden und Parkplatzschlägereien standen.

4. Roy Keane / Alf-Inge Haaland 1997-2001

Ein unwürdiges Duell lieferten sich in der englischen Premier League ManUs irischer Mittelfeldstar Roy Keane und Alf-Inge Haaland. Haaland? Ja genau: Der Vater des heutigen Dortmund-Stürmers Erling Haaland. Was genau war passiert? 1997 verletzte sich das Raubein Keane im Spiel gegen Leeds United bei dem Versuch, Haaland zu foulen, schwer. Der Mittelfeldstar zog sich einen Kreuzbandriss zu. Haaland beugte sich hämisch über den am Boden liegenden Keane und deutete an, dieser dramatisiere den Vorfall. Als die beiden 2001 wieder gegeneinander auf dem Platz standen, zeigte Keane, dass er den Vorfall nicht vergessen hatte und trat Haaland diesmal erfolgreich ins Krankenhaus. Wie Keane später zugab, mit voller Absicht. Haaland beendete seine Karriere kurze Zeit später wegen Knieproblemen. Keane wurde vom Verband mit einer saftigen Sperre bestraft.

3. Kevin Großkreutz

Wenn Fußballer die Nacht unsicher machen, so hat dies schon häufiger Probleme nach sich gezogen – man frage bei den Herren Basler, Wiese oder Kruse. Doch wirklich ernst wurde es im Februar 2017 für Kevin Großkreutz. Der Ur-Dortmunder, der sogar im Weltmeister-Kader von 2014 stand, war damals in Diensten des VFB Stuttgart. Großkreutz war zu diesem Zeitpunkt bereits durch einen Döner-Wurf und eine vollurinierte Hotellobby aufgefallen. Diesmal war das Problemkind mit Freunden im Stuttgarter Rotlicht-Viertel unterwegs, wo man in eine Schlägerei geriet. Der Fußballer berichtete später, er habe seine Freunde lediglich verteidigen wollen. Dies mögen noble Beweggründe sein, doch Großkreutz prallte nach einem Schlag mit dem Kopf auf einen Bordstein und wurde, am Boden liegend, nochmals an den Kopf getreten. Die Folge war ein Jochbeinbruch und wohl auch gefährliche innere Verletzungen. Der VFB suspendierte den Weltmeister aufgrund der nächtlichen Krawall-Tour.

2. Patrick Helmes – 2009

Was gibt es schöneres, als einen gepflegten Freizeit-Kick mit den Kumpels? So bitter es ist: Wer sich den Traum vom Profifußball erfüllt hat, muss darauf in der Regel komplett verzichten – zumindest so lange die Karriere andauert. Schließlich hat nicht jeder Bolzplatz Profibedingungen und das Verletzungsrisiko ist einfach zu groß. Diese Schmerzhafte Erfahrung musste auch Patrick Helmes machen, der in der Sommerpause 2009 beim Freizeitkick umknickte und sich direkt einen Kreuzbandriss abholte. Helmes galt damals als einer der vielversprechendsten Stürmer der Bundesliga: spielstark, trickreich, schussgewaltig. Doch die schwerwiegende Verletzung trug dazu bei, dass er nicht zur WM 2010 mitfuhr. Zwar bestritt Helmes im Anschluss noch das ein oder andere Länderspiel, doch ein großes internationales Turnier war ihm nie vergönnt.

1. Nicolai Müller – 2017

Auch der frühere Mainzer Nicolai Müller galt mal als das nächste große Ding. Dann wechselte er allerdings zum HSV. Und dort ging im zurückliegenden Jahrzehnt bekanntlich alles schief, was schief gehen kann. Nachdem man sich in der Vorsaison erst am allerletzten Spieltag vor dem Abstieg gerettet hatte, sollte 2017/18 mal wieder alles besser werden. Am 1. Spieltag erzielte Müller im Heimspiel gegen den FC Augsburg das spielentscheidende 1:0. Der Torschütze lief euphorisiert in Richtung Kurve, drehte schon laufend mehrere Pirouetten und setzte dann jubelnd zum Propellersprung an. Die Mitspieler begruben Müller unter einer Jubeltraube, bis man plötzlich erschrocken innehielt – der Torschütze hatte Schmerzen. Leider gingen sie nicht so schnell weg. Müller war bei seinem Jubelsprung falsch aufgekommen. Er riss sich das Kreuzband und konnte erst am vorletzten Spieltag der Saison wieder ins Geschehen eingreifen. Der HSV stieg ab.

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